ADDIATOR Schriftzug alt
535 - 14.Jan.2002 - 01.Feb.2002

Vom Mitarbeiter zum Konkurrenten:

Meuter - PRODUX

Der historischen Wahrheit wegen muss ich das ganz deutlich sagen: 

Otto Meuter ist es zu verdanken, dass Carl Kübler den Anstoß zu seiner späteren "Volksrechenmaschine" erhielt.

Otto Meuter wurde am 5. April 1892 in Berlin-Schönefeld geboren. Er war Handlungsreisender im Bereich Bürotechnik und Inhaber der Firma MEUM. In diesem Bereich meldete er auch einige Patente und Gebrauchsmuster an. 

Von unbekannter Stelle erhielt Otto Meuter ein primitives Modell für einen Addierer, das nur aus 2 Schiebern bestand. Er entwickelte daraus ein Funktionsmodell aus Pappe und Holz mit mehreren Schiebern und Schaulöchern für das Ergebnis. Er erhielt dafür das GM 695909, das einen Rechenapparat für Addition und Subtraktion beschreibt und verkaufte dieses samt Funktionsmodell MEUM Ende 1918 an Carl Kübler. 
Er erhielt dafür einen Geldbetrag und die Anstellung in der 1920 gegründeten Firma ADDIATOR. Allerdings verließ er die Firma bereits 1920, um eigene Ideen im Bereich der Zahlenschieber verwirklichen zu können. 
So arbeitete er auch mit nicht zu großem Erfolg einige Zeit mit Jean Bergmann (CORRENTATOR) zusammen.

 
PRODUX-Rechenhexe
Etwa 1928 gründete Meuter die Firma PRODUX, in der er mehrere einseitige Rechner mit dem Namen PRODUX und einige Varianten für Großhändler herstellte. Die Rechner waren preislich sehr interessant, hatten allerdings keine besondere Quatität, so dass der Erfolg bescheiden war.
 
 
 
 
 

PRODUX Rechenhexe
Material: Alu oder Eisen

 

Nach dem Kriege produzierte er - zusammen mit seinem Sohn Claus - noch einige Modelle,  Doch in den 50er Jahren stellte die inzwischen auf seinen Sohn übergegangene westdeutsche Firma die Produktion dieser Zahlenschieber ein.
Otto Meuter lebte ab 1958 im Städtchen Oppenau am Rande des Schwarzwaldes. Die Idee eines stark vereinfachten Rechners ließ ihn nicht los. So vereinfachte er noch einmal diesen Rechnertyp und brachte eine Variante auf den Markt, die er O.M. nannte, "Made in Germany". Die Machart und Bauform lässt aber den dringenden Verdacht aufkommen, daß dieser Zahlenschieber in Fernost produziert wurde. 
1975 verstarb Otto Meuter in Oppenau.

Seine geschiedene Frau Luzie Meuter baute nach dem Kriege in der DDR eine Kokurrenz-Produktion auf (teilweise an dem abgewandelten Logo "L.M." bzw. M mit überlagertem L zu erkennen). Der Betrieb produzierte "volkseigene" Rechner bis weit in die 60er Jahre hinein.

Die Geschichte von Otto Meuter und der Firma PRODUX ist in aller Ausführlichkeit von Martin Reese beschrieben worden. Seine Aufzeichnungen basieren hauptsächlich auf Aussagen des Sohnes Claus Meuter. 
Der Artikel steht im Heft 43 (Sept. 1995) der Zeitung "Historische Bürowelt" des Vereins "Internationales Forum Historische Bürowelt" (IFHB).

http://www.ifhb.de/

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