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 b Juli 2017

Die Firma ADDIATOR - ein kurzer Überblick

Karl (Carl) Kübler wurde am 13.1.1875 als ältestes von 6 Kindern des Oberhofstallmeisters Gottlieb Kübler im alten Schloß von Stuttgart geboren. Es war die “gute alte“ Zeit des Königs Karl I von Württemberg. 

Er studierte an der Textilfachschule in Karlsruhe das Textilingenieurwesen. Seine erste Stelle trat er bei seinem Schwager in einer Textilfabrik bei Münster an, wo er seine praktische Ausbildung erhielt. Anschließend bekam er einen leitenden Posten in einer Textilfabrik in Elmshorn. Dort lernte er auch Martha Schüder kennen, die er später heiratete. Im Jahr 1905 zog er als Direktor nach Düsseldorf, wo er für 5 Jahre eine Textilfabrik leitete. In dieser Zeit und auch später meldete er verschiedene Patente auf dem Textilsektor an.

Anschließend zog er mit seiner Familie (der Sohn Hans-Wolfgang wurde 1909 und die Tochter Margot 1913 geboren) nach Berlin. Carl Kübler wollte sich selbständig machen und suchte nach einem geeigneten Produkt. Zunächst beteiligte sich aber an mehreren Firmen.

Nach Aufkauf eines Gebrauchsmusters für ein Rechengerät gründete er die Firma ADDIATOR GmbH am 13.2.1920 in Berlin. Die Produktion erfolgte ab 1920 in Berlin an verschiedenen Standorten, auch der Firmensitz wechselte gelegentlich.

Etwa 1933/34 löste man die GmbH auf und firmierte unter dem Namen "ADDIATOR Rechenmaschinenfabrik C. Kübler" mit Carl Kübler als alleinigem Inhaber.

Die Tochter Margot begann Ende 1930 eine kaufmännische Ausbildung in der Firma.
1934 beendete der Sohn Hans-Wolfgang sein Studium. Er trat als Technischer Leiter in die Firma ein und war an etlichen Neuerungen beteiligt.

Im 2. Weltkrieg lagerte man einen Teil der Produktion ("kriegswichtige Teile", keine Rechner) in den Sudetengau aus. Eine Entscheidung, die zwar vor Bombardierung schützte, später aber zum Verlust dieser Zweigstelle führte.
In und nach dem 2. Weltkrieg war wegen der Bombenschäden und allgemeinen Materialknappheit eine Produktion nur in sehr geringem Umfang möglich.

Bereits 1945 übernahm die Tochter des Firmengründers, Margot, die Leitung der Firma.
Die schwierige Lage in Berlin erforderte eine Außenstelle im Westen Deutschlands, so eröffnete man 1949 für kurze Zeit in Bad Harzburg ein Auslieferungslager.

Schon bald konnte man wieder uneingeschränkt exportieren. Besonders gut entwickelten sich die Lieferungen an einen Vertreter in den USA. Auf Wunsch der Amerikaner erfolgte ab 1958 schrittweise die Verlegung der Produktion in den Westen (Wolfach im Schwarzwald).

Die Konkurrenz aus den USA und Fernost überschwemmte ab Ende der 50er Jahre den Markt mit billigen Nachahmungen. Die Folge war 1959 ein totaler Zusammenbruch des Marktes in den USA und damit auch beinahe der Ruin der Firma ADDIATOR.

Der Betrieb in Berlin wurde Ende 1962 ganz aufgegeben.

Die Entwicklung der elektronischen Taschenrechner Anfang der 70er Jahre führte zu einem recht schnellen Ende der mechanischen Rechner. Man importierte zwar zunächst auch elektronische Rechner, doch war der Gewinn gering. So stellte die Firma ADDIATOR die Produktion der dezimalen Rechner 1974 vollkommen ein. 

Das Firmengelände in Wolfach-Schmelzegrün wurde Ende 1974 verkauft, 1975 erfolgte dann auch die offizielle Löschung der Firma aus dem Firmenregister.

Der Vertrieb der Bestände und eine Produktion der ADDFEET-Varianten für den Vertreter in Californien / USA in geringem Umfang wurde von 1975 bis 1990 gemeinsam mit der "Metallindustrie Gutach" nahe Wolfach durchgeführt.

Die letzte nennenswerte Lieferung erfolgte 1991 in die USA.

Die Firma ADDIATOR vor dem 2. Weltkrieg
 
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